Volha Hapeyeva – Wörterbuch einer Nomadin


Di, 3.3.2026, 19.00

Volha Hapeyeva
Wörterbuch einer Nomadin

 

Lesung und Gespräch: Volha Hapeyeva
Moderation und Gespräch: Julia Zarbach

Volha Hapeyeva geboren in Minsk, Belarus, ist Lyrikerin, Autorin, Übersetzerin, Künstlerin und promovierte Linguistin. 2025 war sie die erste Stipendatin der Friederike Mayröcker Residence, Österreichs erstem Poets-in-Residence-Programm. Volha Hapeyevas Gedichte wurden inn mehr als 15 Sprachen übertragen. Auf Deutsch erschienen die Gedichtbände Mutantengarten (2020) und Trapezherz (2023), die Romane Camel Travel (2021) und Samota. Die Einsamkeit wohnte im Zimmer gegenüber (2024) sowie der Essay Die Verteidigung der Poesie in Zeiten dauernden Exils (2022). Seit 2020 schreibt Volha Hapeyeva auch auf Deutsch und wohnt, wie sie es nennt, als „Nomadin“ in Österreich und Deutschland. Mit ihrem Wörterbuch einer Nomadin legt sie ein ebenso poetisches wie persönliches und politisches Wörterbuch über ihre Nomadenjahre zwischen Belarus, Deutschland, Kreta und Japan vor. Einzelne, vermeintlich unscheinbare Wörter sind der Ausgangspunkt und öffnen ganze Denk- und Erfahrungswelten. So ist der gedankliche Weg von „sad“ (Ziergarten) und „harod“
(Nutz- oder Gemüsegarten) zum Garten Eden, zu Stadt- und Staatsgrenzen nicht weit – und schon stehen wir vor den Fragen: Wie frei sind wir wirklich in der globalisierten Welt? Und wie sehr entscheidet der richtige oder falsche Pass über einen Teil unseres Lebens? Das Buch ist ein poetisches Nachdenken über Sprache, Identität und Zugehörigkeit. Es stellt Fragen nach Heimat und Fremdsein, nach Geschlecht und Patriarchat, nach der Möglichkeit, „Mensch“ zu sein jenseits von Zuschreibungen. Im Literaturhaus Wien stellt Volha Hapeyeva ihr Wörterbuch einer Nomadin erstmals in Österreich im Gespräch mit Ö1-Literaturredakteurin Julia Zarbach vor.