Di, 17.2.2026 | 19.00 Uhr.
Lesung und Gespräch: Alhierd Bacharevič.
Moderation und Gespräch: Katja Gasser.
Alhierd Bacharevičs 2017 erschienenes 900-seitiges Werk Europas Hunde wurde vom Autor selbst ins Russische übersetzt, stand auf der Shortlist des größten russischen Literaturpreises „Bolschaja Kniga”. Das „Belarus Free Theater“ inszenierte den Roman in Minsk, London, Paris, Adelaide und Berlin.
In Belarus wurde Alhierd Bacharevič mit mehreren Literaturpreisen (Buch des Jahres u. a.) ausgezeichnet. Inzwischen wurde der Roman in Belarus verboten und als extremistisch eingestuft. 2024 erschien Europas Hunde in deutscher Übersetzung von Thomas Weiler bei Voland & Quist, für das er im März 2025 mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet wurde.
Dieser „totale Roman“ ist von verschrobenen Gestalten bevölkert: einsame Sucher, fiebrige Träumer, verkrachte Existenzen, geborene Eskapisten. Da ist Maŭčun, der Junge, der davon träumt mit seiner geliebten Gans gen Westen zu fliegen, bis ihm eine junge Spionin vom Himmel vor die Füße fällt. Der Tote im Berliner Rosengarten, dessen rätselhafte Spuren den Ermittler Teresius Skima durch ein Netzwerk von Buchhandlungen in ganz Europa zu einem abgeschotteten Superstaat führen. Oder Oleg Olegowitsch, ein Misanthrop aus Minsk, der den Sprachen abgeschworen hat und eine neue erfindet: Balbuta. Seine geheime Liebste, die er hegt und pflegt. Sie alle graben, schürfen tief und träumen sich zugleich federleicht, entdecken Geschwister im Geiste, fallen aus der Zeit, überwinden Grenzen. Aber immer lauter bellen die Kettenhunde – in Berlin, Prag, Paris, Vilnius, Minsk…
Der Abend im Literaturhaus Wien, der auf Deutsch stattfindet, wird von der Leiterin des ORF-TV-Kultur Literaturressorts Katja Gasser moderiert.
