Lucia Leidenfrost “Wir verlassenen Kinder” (Kremayr & Scheriau, 2020); Daniel Zipfel “Die Wahrheit der anderen” (Kremayr & Scheriau, 2020)


Fr, 06.03.2020, 19.00 Uhr
Lucia Leidenfrost Wir verlassenen Kinder (Kremayr & Scheriau, 2020)
Daniel Zipfel Die Wahrheit der anderen (Kremayr & Scheriau, 2020)
Neuerscheinungen Frühjahr 2020 | Buchpräsentationen

Lesungen: Lucia Leidenfrost und Daniel Zipfel
Moderation: Florian Baranyi (Kulturjournalist & Kritiker)
Ein abgeschiedenes Dorf. Leere Bauernhöfe. Eine aufgelassene Schule. Die Erwachsenen haben nach und nach das Dorf verlassen. Zurückgeblieben sind die Kinder. Sie empfangen Pakete und Geld. Sie kochen, putzen und pflegen Großeltern und kleine Geschwister. Scheinbar soll Krieg herrschen rundherum. Als auch der einzige Lehrer das Dorf verlässt, beginnen die Kinder, ihre eigenen Gesetze und Regeln aufzustellen. Was harmlos beginnt, wird rasch zu einem System aus Gewalt und Macht, dem sich alle zu unterwerfen haben.

Lucia Leidenfrost, geb. 1990 in Frankenmarkt/OÖ, studierte Germanistik, Skandinavistik und Germanistische Linguistik in Tübigen. Lebt seit 2014 in Mannheim und ist Mitgründerin des Kollektivs für Junge Literatur Mannheim. Sie erhielt u. a. das Start-Stipendium des Bundeskanzleramts Österreich. Ihr Prosadebüt Mir ist die Zunge so schwer (Kremayr & Scheriau) erschien 2017.

Eine Gruppe pakistanischer Flüchtlinge protestiert gegen das Asylgesetz und besetzt eine Kirche. Der Boulevard-Journalist Uwe Tinnermanns wittert seine Chance und startet eine Kolumne über das Protestlager, deren unspektakuläre Realität er dramatisch ausschmückt und die Pakistanerin Veena Shahida als Symbolfigur des Protests in Szene setzt. Die zunehmende öffentliche Aufmerksamkeit verschlechtert zugleich die Chancen auf Asyl – vor allem für Veena. Ein eindringlicher Roman über Wahrheit und Fake News.

Daniel Zipfel, geb. 1983 in Freiburg im Breisgau, aufgewachsen in Wien, wo er als Autor und Jurist in der Asylrechtsberatung lebt und arbeitet. Sein Romandebüt Eine Handvoll Rosinen (Kemayr & Scheriau, 2015) wurde mit einer Buchprämie der Stadt Wien und des Bundeskanzleramts ausgezeichnet.