Gogols „Nase“: zwischen Gesellschaftssatire, sprachlicher Obszönität und religiöser Blasphemie


Dienstag, 13. September 2022 um 17:00 Uhr: 
Wiener Literaturwissenschaft,
Sprachen: Russisch und Deutsch.
Igor‘ Piľščikov (Los Angeles): 

Gogols „Nase“: zwischen Gesellschaftssatire, sprachlicher Obszönität und religiöser Blasphemie.

Der Vortrag schlägt eine ganzheitliche Interpretation von Nikolai Gogols Roman „Die Nase“ (1835) vor. Der Referent entwickelt Ansätze zur Sprache, Troponomie und zum Sujet eines der bedeutendsten Werke Gogols, die früher von den russischen Formalisten und der Tartu-Moskauer Semiotik entwickelt wurde, darunter insbesondere Lotmans und Topors Semiotik des heiligen und profanen Raums. In Gogols Geschichte gibt es viele Details, derenBedeutung sich uns entzieht, während sie den Zeitgenossen unmittelbar verständlich war. Der Zweck des Vortrags ist es, zu verstehen, wie diese (auf den ersten Blick absurden) Details mit Gogols religiöser und psychologischer Krise Mitte der 1830er Jahre zusammenhängen, und zu zeigen, wie es Gogol gelang, halb obszönen Sternianismus, soziale Satire und latente Blasphemie in einer einzigen quasi-oneirischen Erzählung zu kombinieren.
Igor Piľščikov ist Doktor der Philologie, Professor und Vorstand des Instituts für slawische, osteuropäische und eurasische Sprachen und Kulturen an der University of California, Los Angeles (UCLA), Forschungsprofessor an der Universität Tallinn. Chefredakteur der Fundamental Electronic Library „Russian Literature and Folklore“ (feb-web.ru), wissenschaftlicher Redakteur der Russian Virtual Library (rvb.ru), Mitherausgeber der Zeitschrift „Studia Metrica et Poetica“ ( Tartu University Press, Estland) und „Pushkin Review“ (Slavica Publishing House, USA). Autor von zwei Büchern über russische Dichter des „goldenen Zeitalters“ (Batjuškov und die italienische Literatur. M.: JaSK, 2003; Vokabular und Phraseologie von „Eugen Onegin“. M.: JaSK, 2008, zusammen mit Igor Dobrodomov) und mehr als 200 Artikel zur Geschichte der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts, Versologie, quantitative Poetik, Textkritik, Literaturtheorie, vergleichende Literaturwissenschaft, Geschichte der russischen Philologie und Digital Humanities.

Einladung in deutscher Sprache

приглашение-для-Игоря-Пильщикова (Einladung in russischer Sprache)   

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