Nur noch 2 x gibt es die Gelegenheit in das vielfältige Universum der Filme einzutauchen, die Kurator Frederik Lang für die wunderbare Retrospektive Zwischen Kriegsende und Neuanfang. Die Kinokultur der Alliierten in Berlin 1945/46 ausgesucht hat.
Sie lädt dazu ein, das Kino der unmittelbaren Nachkriegszeit (wieder-)zusehen, sogar an Orten die damals und heute (!) noch spielen und rekonstruiert historische, aus Wochenschau, Kulturfilm und Hauptfilm bestehende Programme, die in dieser Zeit des Übergangs zu sehen waren.
Was für ein Geschenk – diese BEFREITEN LEINWÄNDE!
~ * ~ ZEUGHAUSKINO – Samstag, 2. Dezember 2023 19 Uhr.
The Gold Rush
(US 1925/1942), R/B/M: Charles Chaplin, K: Roland Totheroh, D: Charles Chaplin, Georgia Hale, Mack Swain, 73‘, englischsprachige Tonfassung von 1942 DCP
VORPROGRAMM:
Welt im Film Nr. 21 D (West) 1945 35mm OF 20‘
The Autobiography of a Jeep US 1943 R: Irving Lerner, Digital HD OF 9‘
Als in Alaska Gold gefunden wird, macht sich auch der Tramp auf den Weg. Dort muss er sich nicht nur mit Schnee und Eis, sondern auch mit Halunken, Glücksrittern und zähem Schuhwerk herumschlagen. Die amerikanischen Kulturoffiziere notieren am 21. September 1945 in ihrem Wochenbericht: „Die acht Filmtheater machen nach wie vor ein optimales Geschäft, mit den längsten Schlangen bei Goldrausch. Die Leute stellen sich bereits mittags an, um in die 17-Uhr-Vorstellung des Chaplin-Films zu kommen.“ Für viele ist es ein Wiedersehen mit einem lange vermissten Star, der seinen Stummfilmklassiker Goldrush 1942 in einer überarbeiteten Tonfassung mit Kommentar und Musik neu herausgebracht hatte: „Als nach dem Ersten Weltkrieg die ersten Filme des damals schon weltberühmten Charlie Chaplin zu uns kamen, hatten wir eine umwerfende künstlerische Entdeckung nachzuholen. Wenn Chaplin jetzt, abermals nach einer mörderischen Zäsur, aufs neue für Deutschland entdeckt werden muss, so ist die Beglückung noch größer“ (Berliner Zeitung, 15.9.1945). (fl)
Eine von den amerikanischen Besatzungsbehörden durchgeführte Umfrage unter den Berliner Kinobesitzern kommt im Herbst 1945 zu dem Ergebnis, dass The Autobiography of a Jeep der beim Publikum beliebteste Kulturfilm ist. Die Welt im Film zeigt unter anderem die Rückkehr ausgelagerter Kunstwerke in den Louvre, Kriegsschäden im Ruhrgebiet und die Besetzung Japans durch amerikanische Truppen. (fl)
Mit einer Einführung von Patrick Holzapfel, Autor und Filmkurator. Er lebt bei Wien.
WIR EMPFEHLEN ZUR LEKTÜRE DAS BUCH ZUR REIHE
Befreite Leinwände. Kinopolitik und Filmkultur in Berlin 1945/46. Herausgegeben von Frederik Lang.
Mit Beiträgen von Hanja Dämon, Patrick Holzapfel, Heike Klapdor, Frederik Lang, Brigitte Mayr, Albert Meisl, Wolfgang Mühl-Benninghaus, Michael Omasta, Michael Pekler, Tilman Schumacher, Philipp Stiasny, Gary Vanisian, Ulrike Weckel, Anett Werner-Burgmann und Barbara Wurm.
Broschur, 256 Seiten, 100 Fotos in Farbe + s/w.
SYNEMA-Publikationen (Wien) 2023.
ISBN 978-3-901644-94-8; Preis: 28.- EUR
Erhältlich im niedergelassenen Buchhandel oder Bestellungen auch direkt bei: office[at]synema.at
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SYNEMA – Gesellschaft für Film und Medien ist eine – von der Sektion IV: Kunst und Kultur / Abt. 3: Film des Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport – geförderte Institution.
