Hartmut Bitomsky – Die Arbeit eines Kritikers mit Worten und Bildern


Hartmut Bitomsky hat dokumentarische Filme gedreht, aber nicht ausschließlich. Auf  dem Höhepunkt seines Schaffens, mit Werken wie Highway 40 West, Deutschlandbilder, Reichsautobahn, Der VW Komplex und Das Kino und der Tod, gilt er als Wegbereiter des Essayfilms – eine vorschnell vergebene Zuschreibung, die nur unzureichend nach den spezifischen Verfahrensweisen der einzelnen Filme fragt.

1942 geboren, wurde Bitomsky in der Zeit um 1968 im Filmemachen ausgebildet und zeitgleich politisiert. Auf die an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) entstandenen Studentenarbeiten folgte der Versuch, mit marxistischen Lehrfilmen zu agitieren und Aufklärungsarbeit zu leisten. Ab den 1970er Jahren stellte er vor allem filmkritische und filmvermittelnde Sendungen für den WDR her; über John Ford, Humphrey Jennings oder die beiden Mehrteiler zum frühen Kino Das goldene Zeitalter der Kinematographie und Kulturrevue. Hinzu kommen zahlreiche Texte, die er vor allem zwischen 1974 und 1984 in der Zeitschrift Filmkritik veröffentlichte.

Fast fünfzig Jahre und mehr als vierzig Filme umfasst dieses umfangreiche und mitunter heterogene Œuvre, das hier erstmals in seiner Gänze vorgestellt wird, unter Einbeziehung von Bitomskys filmkritischen und literarischen Texten. Bereits Ende der 1960er-Jahre beginnt er damit, ein film- wie bildkritisches Instrumentarium zu entwickeln, das sein Gesamtwerk bis in die Gegenwart prägen wird und den Ansatzpunkt für diese Untersuchung der Arbeit mit Worten und Bildern darstellt. Denn von Anfang an hat sich Bitomsky immer auch als Person, als Figur, als Konstrukt eines Autors in seine Werke eingebracht: kurzum, als Kritiker.

Hardcover, 302 Seiten, 80 Fotos in Farbe und Schwarzweiß

SYNEMA-Publikationen (Wien) 2020

ISBN 978-3-901644-83-2, Preis: € 28.-

Im Buchhandel erhältlich oder Bestellungen gerne auch direkt bei: office[at]synema.at