Di, 20.09.2022, 19.00 Uhr
In den letzten Jahren werden im deutschsprachigen Raum immer mehr Autor:innen mit Migrationserfahrung erfolgreich verlegt und gelesen. Eine erfreuliche Entwicklung angesichts der großen Zahl an Migrant:innen, die für den Arbeits- und Kulturbetrieb ohnehin unabkömmlich sind.
Allerdings besteht – was die Texte dieser Autor:innen betrifft – oftmals die Erwartung von Verlagen und Leser:innen, diese mögen in erster Linie Einblicke in die jeweilige Migrationsgeschichte geben und so den Erfahrungsschatzes der Leser:innen erweitern.
Was bedeutet diese Erwartung? Wie unterscheiden sich Themen und Haltungen von migrantischen Autor:innen erster und zweiter Generation? Wie stehen sich Anerkennung und Exotisierung gegenüber? Welchen Einfluss hat der Sprachgebrauch migrantischer Autor:innen auf die deutsche Sprache?
Diese und andere Fragen diskutieren die Autorinnen Barbi Marković und
Kaśka Bryla mit ihrer Lektorin Jessica Beer (Programmleiterin Literatur, Residenz Verlag).
Moderation: Barbara Zwiefelhofer (Programmleiterin Literaturhaus Wien).
Jessica Beer, geb. 1966 in Wien, studierte Philosophie, Germanistik und Komparatistik. Berufliche Stationen bei Europa Verlag und folio Verlag, im MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst und an der Akademie der bildenden Künste Wien sowie freiberufliche Lektorats- und Übersetzungstätigkeit aus dem Französischen. 2003–2012 verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsprogramm der Büchereien Wien. Lehrtätigkeit und Leitung von Schreibwerkstätten. Seit 2013 Programmleitung Literatur im Residenz Verlag.
Kaśka Bryla ist zwischen Wien und Warschau aufgewachsen. Studium der Volkswirtschaft in Wien, Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, wo sie 2015 die Literaturzeitschrift und das Autor/inn/ennetzwerk PS-Politisch Schreiben mitbegründet. Sie lebt und arbeitet am liebsten in kollektiven Zusammenhängen. Sie war Redakteurin des Monatsmagazins an.schläge, erhielt 2013 das Startstipendium, 2018 den Exil Preis für Prosa. 2021 wurde ihr Theaterstück Das verkommene Land uraufgeführt. 2020 erschien im Residenz Verlag ihr hoch gelobter Debütroman Roter Affe (Residenz), 2022 folgte – ebenfalls bei Residenz – der Roman Die Eistaucher. www.kaskabryla.com
Barbi Marković, geb. 1980 in Belgrad, studierte Germanistik, lebt seit 2006 in Wien. 2011/2012 war sie Stadtschreiberin in Graz. 2009 machte Marković mit dem Thomas-Bernhard-Remix-Roman Ausgehen Furore. 2016 erschien der Roman Superheldinnen, für den sie den Literaturpreis Alpha, den Förderpreis des Adelbert-von-Chamisso-Preises sowie 2019 den Reinhard-Priessnitz-Preis erhielt. 2017 las Barbi Marković beim Bachmann-Preis, 2018 wurde
Superheldinnen im Volkstheater Wien aufgeführt. Zahlreiche Kurzgeschichten, Theaterstücke und Hörspiele. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: Die verschissene Zeit (2021).
