McKinsey an die Universität? Wandel der Universitäten zwischen Management und akademischer Selbststeuerung


Keynote Vortrag:
Prof. em. Dr. Richard Münch
(Universität Bamberg)
Podiumsdiskussion
  • Sigurd Höllinger, Sektionschef i.R. im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und eh. Direktor des Instituts für Höhere Studien
  • Eva Blimlinger, ehem. Rektorin der Akademie der Bildenden Künste und ehem. Präsidentin der österreichischen Universitätenkonferenz
  • Martin Weichbold, ÖGS Präsident und Vizerektor für Lehre der Universität Salzburg
Moderation: Susanne Pernicka, ÖGS Vorstandsmitglied
In seinem 2011 im Suhrkamp Verlag erschienenen Werk Akademischer Kapitalismus. Über die politische Ökonomie der Hochschulreform beschäftigt sich Richard Münch mit dem Wandel der Universitäten im internationalen Wettbewerb. Seine Zeitdiagnose lautet: die Universitäten werden in Unternehmen verwandelt und darauf getrimmt im Wettbewerb um finanzielle Mittel und Reputation zu reüssieren. Wenn Universitäten als Unternehmen gesehen werden, verlieren die bisherigen Bedingungen, unter denen Wissenschaft betrieben wird, zunehmend an Bedeutung. Die akademische Selbststeuerung, die primär als Wettbewerb um wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn in den jeweiligen Fachdisziplinen organisiert ist, wird durch wissenschaftsfremde Formen des Wettbewerbs ersetzt. In diesem Wettbewerb kämpfen die Universitäten um Anteile an der drittmittelfinanzierten  Forschungsförderung, um Studierende, und um symbolische Anerkennung, die sich vor allem an einer guten Platzierung in diversen Rankings (z.B. Shanghai Ranking) ablesen lässt. Weit entfernt von einem idealtypischen Markt führen diese Wettbewerbe zu Verdrängungsprozessen, Konzentrationen von Forschungsmitteln und (Zitations)Kartellen, allesamt Entwicklungen, die dem wissenschaftlichen Fortschritt eher hemmen als fördern.
  • Wie wirken sich internationale Trends auf österreichische Universitäten und die Zusammensetzung von deren Leitungen (Rektorat, Universitätsrat, Senat) aus?
  • Welche Folgen haben institutionalisierte Leistungsindikatoren und Wettbewerbsrankings im Vergleich verschiedener Disziplinen, wie der Soziologie, der Kunst oder den Natur- und Technikwissenschaften?
  • Wie wirken sich die genannten Rankings und Indikatoren auf die Entwicklungen von Instituten, Karrierewegen und Studienbedingungen an den österreichischen Universitäten aus?
Im Anschluss laden wir herzlich zur Generalversammlung der ÖGS 2019 am IHS.
Rückfragen unter oegs@sbg.ac.at
Martin Weichbold, Präsident
Im Namen des Vorstands