MAN MUSS DIE SCHAFE AN DEN FLÜSSEN TRÄNKEN. Ein neues experimentelles Paradigma für die Parapsychologie und andere Humanwissenschaften


Referent: DDr. Walter von Lucadou, Freiburg i. Br.

In der Parapsychologie wird seit über hundert Jahren der Versuch unternommen, den “Faktor Psi” experimentell zu isolieren und damit wissenschaftlich zu beweisen. Dabei wird üblicherweise so vorgegangen, dass “alle wissenschaftlich bekannten Einflüsse und/oder Wirkungen” experimentell ausgeschlossen werden müssen. Obwohl, dies immer wieder in erstaunlicher (signifikanter) Weise gelungen ist, zeigen die experimentellen Resultate bei Wiederholungsexperimenten Decline- oder Displacement-Effekte, die nahelegen, dass Psi offenbar kein stabiles Phänomen darstellt sondern “elusiv” bleibt. Vor allem bei Spontanphänomenen gibt es diese Diskrepanz zwischen Stärke des Effekts und seiner “wissenschaftlichen Zuverlässigkeit”.

Aus Sicht der “Verallgemeinerten Quantentheorie (VQT)” und dem “Modell der pragmatische Information (MPI)” ist dies allerdings auch nicht anders zu erwarten, weil diese Modelle davon ausgehen, dass es sich bei “Psi” um Verschränkungszusammenhänge handelt, für die das Non-Transmissions (NT)-Axiom gilt. Es besagt, dass Verschränkungskorrelationen instabil werden, wenn man sie wie kausale Einflüsse experimentell operationalisiert. Die Korrelationsmatrix-Methoden CMM und CPM versucht diesem Umstand Rechnung zu tragen. Dabei erscheint es aber wenig sinnvoll, kausale Zusammenhänge im Experiment vollständig abzuschirmen. So könnten sich die Parapsychologie und die “Mainstream Psychologie” ein Stück näher kommen, weil es umgekehrt auch dort nicht sinnvoll ist, Verschränkungszusammenhänge zu ignorieren.