Wie der Teufel in früheren Jahrhunderten ausgetrieben wurde
Referent: Ao. Univ.-Prof. i. R. DDr. Gerhard Ammerer, Salzburg
Vgl. auch die Buch-Neuerscheinung „Dämonen in Österreich“
Ort der Veranstaltung: Vortragssaal des Bezirksmuseums Hietzing
(Der Saal ist barrierefrei erreichbar)
Noch heutzutage „sind die Dämonen unter uns“, aber sie bewohnen gerade bloß eine minimale Nische: nach wie vor werden im Vatikan Exorzisten ausgebildet. Aber aufgrund der zunehmenden Marginalisierung der Kirche spielt der Glaube an Dämonen bzw. an die personale Existenz des Bösen praktisch keine Rolle mehr in der Gesellschaft.
In früheren Jahrhunderten war das anders, da war die Furcht, dem Bösen zu verfallen, die Angst, dass Dämonen von Menschen Besitz ergreifen, allgegenwärtig.
Der Salzburger Historiker DDr. Gerhard Ammerer stellt in diesem Vortrag Fallgeschichten aus dem 17. und 18. Jahrhundert vor, insbesondere aus dem Herrschaftsgebiet der Habsburger. Wie kommt es – nach der damaligen Überzeugung der Menschen – dazu, dass ein Dämon (oder mehrere) von einem Menschen Besitz ergreift, sich in diesem einnistet und sich lange Zeit jedem Versuch der Austreibung widersetzt? Was sind die Zeichen einer dämonischen Besessenheit? Welche Prozeduren werden angewandt, um schließlich in diesem Ringen zwischen Gut und Böse doch die Oberhand zu gewinnen?
In einer Blütenlese der eindrucksvollsten Fälle geht der Vortragende diesen Fragen nach. Es ergeben sich faszinierende Einblicke in die Denkweisen früherer Jahrhunderte – und immer wieder stellt sich die Frage: wie entfernt oder wie nahe ist das alles für uns Heutige, wenn man ein wenig unter die Oberfläche blickt …
Der Vortragende:
Ao. Univ.-Prof. i. R. DDr. Gerhard Ammerer hat eine doppelte Ausbildung, als Historiker und als Jurist: er ist an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Paris-Lodron-Universität Salzburg für das Fach „Österreichische Geschichte“ und an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät derselben Universität für das Fach „Rechtsgeschichte“ habilitiert; er ist auch Mitglied der Kommission für Rechtsgeschichte Österreichs der Österreichschen Akademie der Wissenschaften. Außerdem leitet er das Zentrum für „Gastrosophie“ und den Studienlehrgang „Gastrosophie“.
