Sehr geehrte Damen und Herren,
zur Erinnerung:
Bis zum 31. Januar 2023 können Beiträge zum Kurt Gödel Preis 2023 eingereicht werden.
Der Preis wird vom Kurt Gödel Freundeskreis Berlin in Kooperation mit der Bergischen Universität Wuppertal vergeben.
Das Preisgeld beträgt: 1. Preis 10 000 Euro. + 5 weitere Preise für die zweitbesten Arbeiten zu je 1 000 Euro.
Dieser Preis wird wieder im Rahmen eines Essay-Wettbewerbs für die besten Antworten auf die folgende Frage verliehen:
und wenn ja, welche Konsequenzen hätte dies?*
Willkommen sind Beiträge, die den Gegenstand aus philosophischer, mathematisch-logischer oder naturwissenschaftlicher Perspektive beleuchten. Hier finden Sie die Ausschreibung: https://kurtgoedel.de.
Der Kurt Gödel Preis wird nach 2019 im nächsten Jahr zum dritten Mal vergeben. Die Preisträger 2019 können Sie auf unserer Webseite einsehen: https://kurtgoedel.de/kurt-goedel-preis-2019, die von 2021 hier: https://kurtgoedel.de/kurt-goedel-preis-2021-2
Der Band „Wider den Reduktionismus“ mit ausgewählten Beiträgen zum Kurt Gödel Preis 2019 ist bei Springer erschienen: https://www.springer.com/de/book/9783662631867 Der Band Band zum Gödel Preis 2021 ist kurz vor der Abgabe an den Springer Verlag.
Wir würden uns freuen, wenn wir Ihr Interesse geweckt hätten und Sie diese Mail mit dem Hinweis auf die Ausschreibung an potenziell weitere Interessenten weiterleiten würden.
Mit freundlichen Grüßen
Hans Schwarzlow und René Talbot
(für den Kurt Gödel Freundeskreis Berlin)
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* Zur Erklärung:
Die große Frage in der Physik seit ca. 100 Jahren ist, wie Einsteins Relativitätstheorie und die Quantenphysik miteinander vereinbar sein sollen. Seit diesen ca. 100 Jahren entkoppelt man in den meisten Bereichen der Physik eine Mikro-(Quanten-)Physik der Einfachheit halber von Makrophysik/Kosmologie, um sich die Schwierigkeiten einer verständlichen Alltags-Übersetzung zu ersparen und um sich nicht in Interpretationsfragen streiten zu müssen, die wiederum jeweils sehr unterschiedliche Alltagserfahrungs-Interpretati
Ein Berührungs- und Brennpunkt der beiden grundlegenden physikalischen Theorien über die Welt ist die Frage nach dem Wesen bzw. der Natur von Zeit. Gödel machte 1949 eine „radikale“ Berechnung, die er 1956 hinsichtlich der philosophischen Konsequenzen diskutierte und die in der Physik verdrängt bzw. radikal marginalisiert wurde. Darum machten wir das Gödelsche Argument, dass es gar keine Zeit gibt, zum Gegenstand der letzten Gödel-Preisfrage. Doch auch die Frage, welche Relevanz Gödels Unvollständigkeitstheoreme für das Verhältnis von Mikro- und Makrophysik haben könnten, erscheint uns längst nicht ausdiskutiert, zumal die philosophische Auseinandersetzung mit der Festkörperphysik erst in den letzten zwei Jahrzehnten begonnen hat. Hierbei denken wir an neuere theoretische und experimentelle Ergebnisse zur Dekohärenz, zur Frage, wie groß Quantensysteme sein können, ohne in klassische Systeme zu kollabieren, und generell zur Unterscheidbarkeit von Mikro- und Makrosystemen, bzw. zur Unentscheidbarkeit der Kriterien für eine Grenzziehung zwischen Quantensystemen und klassischen Systemen. Interessant finden wir in diesem Zusammenhang etwa den 2015 von Prof. Michael Wolf zusammen mit Toby S. Cubitt und David Perez-Garcia in Nature veröffentlichten Beitrag über die Unentscheidbarkeit des spectral-gap Problems (Cubitt et al.*).
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* zusätzlich Cubitt: https://arxiv.org/abs/2105.09854
