Kundalini im Labor: Die Transformation eines feinstofflichen Energiekonzepts im 20. Jahrhundert und die Versuche, dieses empirisch zu fassen


Teil 3 des Zyklus »Subtle Energies«
Referentin: Dr. Marleen Thaler, B.A., B.A., M.A., Wien

Kundalini erlebt derzeit in den Sozialen Medien einen Hype, teils mit sehr fragwürdigen Versprechungen von seiten der diversen Anbieter.
Umso wichtiger ist es daher, die Resultate empirischer Forschung kritisch zu reflektieren. Der hylische Pluralismus (d. h., die stoffliche Vielfalt, hier verbunden mit energetischer Vielfalt) stellt einen heterodoxen Wissensbestand kat’exochen dar. Einen solchen durch das Anlegen des Zaumzeugs experimenteller Methodik versuchen, ihn quasi zu zähmen, also in den Bestand allgemein akzeptierten Wissens zu überführen, ist eine herkulische Aufgabe, an der schon viele, die sich teils noch im 19. Jhdt. daran versucht haben, gescheitert sind, z. B. Paul Joire mit seinem Sthenometer, der Österreicher Gustav W. Geßmann aka Manetho mit seinem Odoskop, sowie diverse Effluviographien bzw. Versuche einer photographischen Dokumentation (z. B. Narkiewicz-Jodko). Auch die „Entdeckung“ der sog. N-Strahlen durch Blondlot und Charpentier und der schließliche Nachweis von deren Nicht-Existenz gehören hierher.
Es wird spannend, welches Material unsere Referentin im Schlußvortrag dieses Zyklus‘ vortragen wird.

Dr. Marleen Thaler ist am Institut für Religionswissenschaft der Univ. Wien sowie an der Univ. Graz tätig.