Kurzbiographie – Lukas Huber

Lukas Huber entstammt einer Ärztefamilie aus Schwaz in Tirol und nach dem Besuch des humanistisch bischöflichen Gymnasiums Paulinum studierte er Medizin in Innsbruck. Sein erster und bedeutsamer Lehrer war Georg Wick, bei dem er 1990 über die „Immunregulatorische Rolle von Lipoproteinen“ promovierte. Danach ging er als PostDoc nach Heidelberg zu Kai Simons an das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL), wo er die Rolle von kleinen GTP-bindenden Proteinen (Rab-Proteine) im polarisierten Proteintransport in Epithelien und Neuronen untersuchte. Drei Jahre später nahm er eine Stelle als Maître-Assistant an der Universität Genf an und arbeitete im Labor von Jean Gruenberg an der Rolle von Motorproteinen in der Endozytose.

Nach Österreich kehrte er 1996 zurück. Zunächst leitete er am Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie in Wien seine eigene Arbeitsgruppe mit dem Schwerpunkt der Signaltransduktion am Endosom, dann folgte er dem Ruf an die Medizinische Universität Innsbruck, wo er seit 2002 ordentlicher Professor und Direktor der Abteilung für Zellbiologie ist. An der Medizinischen Universität Innsbruck war und ist er in zahlreichen Ämtern und Funktionen tätig, unter anderem als Gründungsdirektor des Biozentrums, als Mitglied des Senats, Mitglied der Ehrungskommission, Leiter der Forschungsinfrastruktur-Kommission, im Vorstand des Integrated Research and Therapy Centers (ITFZ) und als Vorsitzender der Ilse und Helmut Wachter Stiftung.

Seine thematischen Schwerpunkte in nationalen und internationalen Groß- und Verbundprojekten liegen in der Proteomik, der molekularen und zellbiologischen Krebsforschung sowie in der translationalen Onkologie und dem Drug Screening. Er leitete die österreichische Proteomik-Plattform (Austrian Proteomics Platform APP) als Teil des nationalen Genom-Forschungsprogramms GEN-AU sowie den Sonderforschungsbereich 021 „Cell proliferation and Cell death in Tumours“ des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung FWF. Er initiierte und koordinierte das internationale Krebsforschungsprojekt Growthstop zum programmierten Zelltod in Tumoren, das im 6. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Kommission stattfand und war Projektleiter im internationalen Myelom-Forschungsprojekt OPTATIO des 7. Europäischen Forschungsrahmenprogramms. Seit 2009 ist er wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für personalisierte Krebsforschung Oncotyrol, einem COMET-Zentrum (K1) der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). Für den wissenschaftlichen Nachwuchs engagiert sich Huber im FWF Doktoratskolleg Molecular Cell Biology and Oncology MCBO.
Nachdem er einen Ruf an die Universität Dublin abgelehnt hatte, gründete Huber 2012 gemeinsam mit Günther Bonn das Austrian Drug Screening Institute (ADSI) in Innsbruck, das die beiden Forscher gemeinsam leiten. Das ADSI durchforstet insbesondere Pflanzenextrakte auf ihre Medikamentenwirkung und setzt dafür Massenspektrometrie sowie automatisiertes Drug Screening an lebenden Zellkulturen ein.

Lukas Huber ist Senior Editor der Fachzeitschriften Proteomics, Proteomics Clinical Applications und FEBS Letters, Current Signal Transduction Therapy und Review Editor für Frontiers Cell and Developmental Biology und ist Mitherausgeber eines Fachbuchs über kleine GTPasen. Er war und ist in verschiedenen wissenschaftlichen Beratungsgremien tätig, unter anderem für die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung und für das bayerische Genomforschungsnetzwerk Baygene.