Vortrag von Oskar Lehner zu Somalia (Kirchdorf)


SOMALIA – KRISENHERD AM HORN VON AFRIKA
Somalia gilt international als Fallbeispiel eines Landes ohne Staatsstrukturen. Zwischen 1993 und 2010 existierte keine Zentralregierung und das Land wurde von einer Gemengelage von traditionelle Clan-Strukturen, religiösen Institutionen und Warlords verwaltet. Von Somalias Küstengewässer ausgehende Piraterie, Flüchtlingsströme und das Erstarken eines Al-Kaida affiliierten islamistischen Terrorismus rückten das Land in den letzten zwei Jahrzehnten wieder in den Fokus des internationalen Interesses.

Der Vortragende Dr. Oskar Lehner (vormals habilitierter Ass.Prof. an der JKU) leitete 2014-2016 in der Hauptstadt Mogadishu ein UNO-Projekt zum Aufbau parlamentarischer Strukturen und der Reform der Verfassung. In seinem Lichtbilder-Vortrag erklärt er Schlüsselelemente der somalischen Geschichte und Gesellschaft. Weiters berichtet er über die Schwierigkeit, vor dem Hintergrund des nach wie vor andauernden Bürgerkriegs aus dem Nichts staatliche Strukturen aufzubauen und moderne Staatsanforderungen mit traditionellem Clan-Denken und dem Machtanspruch zentrifugaler Kräfte gebildet aus ehemaligen  Warlords zu vereinbaren. Trotz der andauernden Kriegshandlungen konnte der Vortragende einen Großteil des Landes bereisen und fotographisch dokumentieren.

Termin:
Mi. 23.3.2022, 19:30 im Kino Kirchdorf
Der Vortrag ist Teil im Rahmen eines Workshops zu “Failed States” und (gescheiterten) Kriseninterventionen von Außen Teil des Symposion “KRISEN UND KRISENNARRATIVE” (Mehr Informationen und Programm demnächst auf: http://www.kulturinstitut.jku.at/symposion2022.html)
Die aktuellen Covid19-Vorschriften finden sich zeitnah bei den Vortragsinformationen auf: http://www.kulturinstitut.jku.at/