Jour fixe Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse: Vorführung und Aufführung – Beschämung und Scham.


Der Affekt Scham wird von einem (inneren) Blick geleitet, dem stets der äußere Blick des Anderen vorausgeht. In den Boden versinken. Sich dem Blick entziehen. Jede Lebenssituation kann poten-tiell beschämend erlebt werden. Der Scham wohnt stets auch etwas Normatives inne, das nicht Auf-gabe der psychoanalytischen Praxis ist. Dem Ver-bergenwollen in der Scham geht häufig der Wunsch des Zeigenwollens voraus. Oft werden Menschen jedoch vorgeführt und beschämt. Oft führen Menschen auch etwas auf, um gesehen zu werden. Vorführen und Aufführen. Anhand von Filmclips werden unterschiedliche Vorführungen aus Film und TV skizziert und die Wechselwir-kung von Scham und Beschämung aufgefächert.

Beate Hofstadler: DDr., Psychoanalytikerin in freier Praxis (WAP); Universitätslektorin. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Anwendung von Psychoanalyse, Geschlechterforschung, qualitativen Forschungsmethoden und Film.