Ausstellung ORTE DES EXILS & Publikation SZENEN DES EXILS – Museum der Moderne Salzburg


Seit 25. Juli präsentiert das Museum der Moderne Salzburg mit „Orte des Exils“ die dritte und vorerst abschließende Ausstellung der Reihe über Künstler_innen mit Exilhintergrund. Im Mittelpunkt stehen – nach „Auf/Bruch“ (2017) und „Resonanz von Exil“ (2018) – dieses Mal deren über die ganzen Welt verteilten Fluchtziele. Am Beispiel von sechs Persönlichkeiten werden die mit der Exilierung verbundenen Zäsuren, daraus folgende berufliche Krisen und das Wieder-Fuß-Fassen in angestammten oder neu erkämpften Berufsfeldern thematisiert.

Mit Werken von
Lotte Laserstein (1898 Preußisch Holland, heute Pasłęk, PL–1993 Kalmar, SE),
Else Lasker-Schüler (1869 Elberfeld–1945 Jerusalem),
Louise Kolm-Fleck (1873–1950 Wien),
Victor Papanek (1923 Wien–1998 Lawrence, KS, USA),
Wolf Suschitzky (1912 Wien–2016 London) sowie
Walter Trier (1890 Prag–1951 Collingwood, Ontario, CA).

Ausstellung ORTE DES EXILS
25. Juli – 22. November 2020
Museum der Moderne Salzburg, Mönchsberg

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Mönchsberg 32, 5020 Salzburg

Öffnungszeiten der Ausstellungen

Mönchsberg
Di–So 10–18 Uhr
Mi 10–20 Uhr
Während der Festspiele:
Zusätzlich Mo 10–18 Uhr

Die Ausstellung steht unter dem Ehrenschutz von Bundespräsident Alexander Van der Bellen.
Kuratorinnen: Barbara Herzog & Christiane Kuhlmann

https://www.museumdermoderne.at/de/ausstellungen-veranstaltungen/detail/orte-des-exils/

Vor drei Jahren startete das Museum der Moderne Salzburg eine Ausstellungsreihe, die sich die Aufgabe stellte, Künstler_innen in den österreichischen und europäischen Kunstdiskurs zurückzuholen, die aufgrund ihrer Emigration in Vergessenheit geraten waren oder deren Exilhintergründe noch nicht ausreichend kunsthistorisch bearbeitet worden waren. Während in „Auf/Bruch“ (2017) biografische und künstlerische Neuanfänge und Brüche im Mittelpunkt standen, fragte die zweite Ausstellung „Resonanz von Exil“ (2018) danach, wie Künstler_innen die Entwicklung in ihrem Exilland beeinflusst haben und wie die eigenen Exilerfahrungen einen Nachhall in ihrem Werk fanden.

Die dritte Ausstellung der Reihe befasst sich nun mit den über die ganze Welt verteilten Exilorten. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Fragen, die sich alle Exilant_innen stellen mussten: In welches Land konnte man auswandern, wie waren dort die Einreise-und Arbeitsbedingungen, wie lange würde man bleiben, würde man in der Fremde akzeptiert werden? Nicht nur die Schrecken des im Heimatland und auf der Reise Erlebten erschwerten das Ankommen am Exilort, sondern auch die Konfrontation mit einer fremden Sprache, die teilweise ungewohnten klimatischen Bedingungen und die Abgetrenntheit von der früheren Lebenswelt.

Die Ausstellung widmet sich den Orten Zürich, Jerusalem, London, New York, Collingwood in Kanada, Stockholm und Shanghai und stellt das grafische Werk der Schriftstellerin Else Lasker-Schüler, die fotografischen und filmischen Arbeiten von Wolf Suschitzky, die Zeichnungen und Karikaturen von Walter Trier, Möbelentwürfe von Victor Papanek, die Selbstbildnisse der Malerin Lotte Laserstein und die Filme der Regisseurin Louise Kolm-Fleck vor, speziell ihre letzten, „Der Pfarrer von Kirchfeld“ sowie „Kinder der Welt“, der in enger Zusammenarbeit mit ihrem Mann Jakob Fleck im chinesischen Exil entstand.

Ein besonderer Fokus der Ausstellung liegt darüber hinaus auf der Stadt und dem Land Salzburg, die bis zum «Anschluss» 1938 zahlreichen deutschen Exilant_innen Zuflucht boten.

Anhand der in der Ausstellung vorgestellten sechs Persönlichkeiten wird deutlich, welches Wirkungsspektrum die im Exil vorgefundenen Bedingungen haben konnten: Für Trier und Suschitzky beispielsweise eröffneten sich neue Lebenschancen. Für andere – wie für Laserstein – ermöglichte das Exil zwar das Überleben, brachte aber auch Einbußen in der künstlerischen Innovationskraft mit sich. „Was bedeutet Exil? Was heißt es, seine Wurzeln zu verlieren, und wie kann das weite Feld aus Gewalt- und Verlusterfahrung, erzwungenen Ortswechseln, beruflichen Kontinuitäten und Brüchen visualisiert werden? Das sind die zentralen Fragen der ganzen Ausstellungsreihe, die wir nicht allgemeingültig, sondern immer ganz konkret im Hinblick auf die für die einzelnen Ausstellungen ausgewählten Künstler_innen untersucht haben. Im Rahmen der Recherchen ist meiner Kollegin Barbara Herzog und mir deutlich geworden, dass immer wieder neue Aspekte zutage treten und die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vertreibung noch lange nicht abgeschlossen werden kann“, erklärt die Kuratorin Christiane Kuhlmann.

In einem umfangreichen Katalog werden alle drei Ausstellungen und der aktuelle Forschungsstand zu Künstler_innen mit Exilhintergrund zusammengefasst:

Publikation SZENEN DES EXILS
Hg. von Thorsten Sadowsky für das Museum der Moderne Salzburg

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Mit Texte von:
Ute Eskildsen * Barbara Herzog * Kurt Kaindl * Elke-Vera Kotowski * Christiane Kuhlmann * Brigitte Mayr & Michael Omasta * Walter Moser * Andreas Neufert * Frank-Manuel Peter * Astrid Schmetterling * Thorsten Sadowsky * Peter Schreiner * Georg Schrom * Rosa von der Schulenburg * Elisabeth Streit & Tom Waibel * Magdalena Vuković * Andrea Winklbauer

Softcover, 320 Seiten, vierfärbig, Ca. 210 Abbildungen
Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra, 2020
Preis: € 29.-
Deutsche Ausgabe: ISBN 978-3-99028-946-4 * English edition: ISBN 978-3-99028-947-1

Zu bestellen im Shop des Museums der Moderne https://shop.museumdermoderne.at/#/
oder direkt beim Verlag https://www.bibliothekderprovinz.at/neuerscheinungen/

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SYNEMA – Gesellschaft für Film und Medien ist eine – vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport, Sektion IV: Kunst und Kultur/Abt. 3: Film – geförderte Institution.

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